Glossar: Begriffserklärungen

Einige der Begriffe, die im professionellen Coaching, Stressmanagement und rund um Vielfalt und Neurodiversität genutzt werden, sind nicht überall bekannt oder werden unterschiedlich verstanden. Mit diesem Glossar möchte ich Klarheit schaffen, Orientierung bieten und Fachwörter transparent sowie inklusiv erklären. So findest du schnell die passende Definition und bekommst einen Einblick in zentrale Themen, die meine Arbeit ausmachen. Ob für persönliche Entwicklung oder berufliche Vielfalt: Hier erhältst du verständliche Erläuterungen und hilfreiche Impulse.

Burnout

Burnout beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, der meist durch langanhaltenden Stress und Überforderung entsteht. Er betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern ist auch Ausdruck von Arbeits- und Lebensbedingungen, die zu viel Druck erzeugen. Präventives Stressmanagement und frühzeitige Unterstützung können hier nachhaltig schützen.

Diversitätssensibel

Diversitätssensibel bedeutet, Zusammenarbeit und Coaching so zu gestalten, dass sie für möglichst viele Menschen funktioniert – insbesondere für FLINTA*, queere und neurodivergente Personen. Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen sich alle sicher, angenommen und respektiert fühlen, individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden und nachhaltige Veränderung möglich wird. Dazu gehören alternative Übungen, traumasensible Methoden und ein respektvoller Umgang miteinander – weil Vielfalt und gegenseitige Wertschätzung die Basis jeder Entwicklung sind.

Empowerment

Empowerment bezeichnet die Stärkung von Menschen, damit sie ihre eigenen Ressourcen, Stimmen und Handlungsmöglichkeiten wirksam nutzen können. Female und FLINTA* Empowerment setzt hierbei einen besonderen Fokus auf Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen, deren Perspektiven oft in Strukturen unterrepräsentiert sind. Es geht darum, Selbstwirksamkeit zu fördern und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

FLINTA*

FLINTA* ist eine Abkürzung und steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen. Das Sternchen lässt Raum für weitere Identitäten und Orientierungen, die zu dieser Bezeichnung passen. Der Begriff macht sichtbar, dass Geschlecht und Identität vielfältig sind und zielt darauf, marginalisierte Gruppen gezielt zu benennen und einzubeziehen.

Heteronormativ

Heteronormativ beschreibt eine gesellschaftliche Weltanschauung und ein Wertesystem, das die Existenz von nur zwei Geschlechtern (männlich und weiblich) sowie heterosexuelle Beziehungen zwischen diesen als Norm voraussetzt und als „normal“ ansieht. Diese Perspektive geht stillschweigend davon aus, dass alle Menschen heterosexuell sind oder sein sollten, und ordnet soziale Erwartungen, wie Menschen leben und lieben „sollen“, entsprechend dieser normativen Vorstellung zu. Abweichungen von dieser Norm, etwa LGBTQIA+ Personen oder queere Lebensweisen, werden häufig ausgegrenzt, unsichtbar gemacht oder diskriminiert. Heteronormativität manifestiert sich in gesellschaftlichen Strukturen, kulturellen Darstellungen und rechtlichen Regelungen und wird in der Queer-Theorie kritisch hinterfragt, da sie Machtstrukturen und Ungleichheiten reproduziert.

Hochbegabung

Hochbegabung beschreibt ein ausgeprägtes intellektuelles Potenzial, das sich in überdurchschnittlichen kognitiven Leistungen äußern kann. Hochbegabte Menschen nehmen Informationen oft schneller auf, vernetzen Inhalte ungewöhnlich oder denken besonders kreativ – was sowohl Ressourcen als auch Belastungen im Alltag mit sich bringen kann.

Hochsensibilität

Hochsensibilität bedeutet, dass ein Mensch Reize – wie Geräusche, Stimmungen oder soziale Eindrücke – intensiver und differenzierter wahrnimmt. Diese erhöhte Empfindsamkeit kann eine wertvolle Stärke sein, erfordert aber auch bewusste Strategien im Umgang mit Stress und Reizüberflutung. Hochsensibilität gilt als Persönlichkeitsmerkmal und wurde erstmalig in den 1990er Jahren von Dr. Elaine Aron wissenschaftlich untersucht.

LGBTQIA+

LGBTQIA+ ist ein inklusives Akronym, das für eine Vielzahl von sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten steht, die von der gesellschaftlichen Heteronormativität abweichen. Die Buchstaben stehen im Einzelnen für: Lesbisch, Gay (schwul), Bisexuell, Trans*, Queer, Inter*, Asexuell/Agender. Das „+“ schließt weitere Identitäten mit ein, die nicht explizit im Akronym genannt werden, etwa pansexuell, genderqueer, nicht-binär oder andere Formen geschlechtlicher und sexueller Zugehörigkeit. Das Ziel von LGBTQIA+ ist, die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten sichtbar zu machen, Diskriminierung entgegenzuwirken und die gesellschaftliche Akzeptanz für alle Menschen unabhängig von deren Identität zu fördern.

Marginalisierung

Marginalisiert zu sein bedeutet, von gesellschaftlichen Strukturen oder Diskursen an den Rand gedrängt zu werden und weniger Zugang zu Ressourcen, Chancen oder Anerkennung zu haben. Der Begriff macht sichtbar, dass Benachteiligung nicht individuell verschuldet, sondern systemisch bedingt ist. Dazu zählen zum Beispiel Frauen, queere oder neurodivergente Menschen.

Multimodales Stressmanagement

Multimodal bedeutet, verschiedene Ansätze, Methoden und Perspektiven zu verbinden. Im Stressmanagement heißt das: körperliche, psychologische und soziale Ebenen einzubeziehen, um nachhaltig wirksam zu sein. Beispiele sind Atemübungen, kognitive Strategien, Bewegung oder der gezielte Aufbau von Ressourcen.

Neurodivergenz

Neurodivergenz beschreibt Denk- und Wahrnehmungsweisen, die vom gesellschaftlich als „typisch“ geltenden neurologischen Zustand und der Art der Reizverarbeitung abweichen – zum Beispiel bei Autismus, ADHS, AuDHS, oder Dyslexie/Legasthenie. Dazu zählen können auch Dyskalkulie, Dyspraxie, Tourette-Syndrom, Hochbegabung, Hochsensibilität, Synästhesie, Aphantasie, Zwangserleben, Ängste, Depression, Borderline, Bipolares Erleben, PTBS, Misophonie, Trisomie 21, Epilepsie, Migräne oder ME/CFS. Der Begriff wertschätzt Vielfalt im menschlichen Erleben und betont, dass Unterschiede keine Defizite sind.

Neurodiversität

Neurodiversität ist das Konzept, dass menschliche Gehirne und Denkweisen von Natur aus unterschiedlich sind – ähnlich wie Biodiversität in der Natur. Anstatt Abweichungen zu pathologisieren, wird die Vielfalt neurokognitiver Profile als wertvolle Ressource verstanden. Der Begriff entstammt der Neurodiversitätsbewegung und wurde in den 1990er Jahren maßgeblich von Judy Singer geprägt. Demnach sind alle Menschen neurodivers, während einige neurodivergent sind.

Neuroinklusiv

Neuroinklusiv meint die gezielte Einbeziehung und wertschätzende Berücksichtigung unterschiedlicher neurologischer Voraussetzungen im sozialen, beruflichen oder gestalterischen Kontext. Neuroinklusive Ansätze gehen davon aus, dass neurodivergente Menschen ebenso wie neurotypische Personen zur Vielfalt menschlicher Kognition gehören und daher gleiche Möglichkeiten zur Teilhabe und Entwicklung verdienen. Ziel von Neuroinklusion ist ein Umfeld, das individuelle Stärken respektiert, Barrieren abbaut und Teilhabe unabhängig von neurologischen Unterschieden fördert – sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene.

Neuronormativ

Neuronormativ beschreibt gesellschaftliche Vorstellungen, Erwartungen und Strukturen, die von einer als „normal“ geltenden neurologischen Funktionsweise ausgehen und diese als Maßstab setzen. Das Konzept privilegiert neurotypische Denk-, Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster und betrachtet Abweichungen davon (also neurodivergente Ausprägungen wie Autismus, ADHS oder Legasthenie) häufig als Abweichung oder Defizit. Neuronormative Perspektiven prägen somit, wie Teilhabe, Bildung und soziale Akzeptanz ausgestaltet werden – mit dem Risiko, dass neurodivergente Menschen strukturell benachteiligt werden.

Neurotypisch

Als neurotypisch gelten Menschen, deren neurologische Entwicklung und Funktionsweise der gesellschaftlich erwarteten Norm entspricht und keine diagnostizierten neurologischen Besonderheiten wie Autismus, ADHS oder andere Neurodivergenzen aufweist. Im Gegensatz zu neurodivergenten Personen zeigen neurotypische Menschen im Denken, Fühlen und Verhalten Muster, die dem durchschnittlichen, als „typisch“ geltenden Erwartungsspektrum der Gesellschaft entsprechen. Sie verfügen meist über ein intuitives Verständnis für soziale Signale und passen sich leicht an gesellschaftliche Strukturen an.

Positive Psychologie

Positive Psychologie ist ein wissenschaftliches Feld, das untersucht, wie Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit und individuelle Stärken gefördert werden können. Im Coaching dienen Erkenntnisse der Positiven Psychologie dazu, persönliche Entwicklung zu begleiten, Resilienz aufzubauen und erfüllende Ziele zu unterstützen – stets mit Fokus auf das, was gut funktioniert. Die psychologische Richtung entstand in den 1990er Jahren und wurde maßgeblich durch Dr. Martin Seligman geprägt.

Ressourcenorientierung

Ressourcenorientiert heißt, die vorhandenen Stärken, Kompetenzen und unterstützenden Faktoren eines Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dieser Ansatz hilft, Potenziale zu erkennen, Selbstvertrauen zu fördern und neue Wege aus herausfordernden Situationen zu erschließen – statt nur auf Defizite oder Probleme zu blicken. Ressourcenorientierung ist wesentlicher Teil der Positiven Psychologie.

Strukturell mehrfach belastet

Strukturell mehrfach belastet sind Menschen, die an mehreren Schnittstellen gleichzeitig mit Benachteiligung konfrontiert sind, zum Beispiel durch Geschlecht, Identität, neuroligische Disposition oder soziale Lage. Das Konzept beschreibt das Zusammenspiel verschiedener Diskriminierungsformen und betont die Notwendigkeit ganzheitlicher Unterstützung. Zutreffend ist dieser Begriff insbesondere für Personen, die mit Beruf und unbezahlter Care-Arbeit (zum Beispiel Pflege, Kinderbetreuung) konfrontiert sind, was häufig Frauen betrifft. 

Systemisches Coaching

Systemisch bedeutet, Menschen, Herausforderungen und Lösungen immer im Zusammenhang ihrer Lebenswelten, Beziehungen und Rahmenbedingungen zu betrachten. Im Coaching werden nicht nur Einzelpersonen, sondern auch ihre Wechselwirkungen mit Teams, Organisationen oder gesellschaftlichen Strukturen einbezogen – so entstehen nachhaltigere und vielfältigere Handlungsmöglichkeiten.

Prävention

Prävention umfasst Maßnahmen, die Belastungen vorbeugen und Gesundheit stärken – bevor Krisen entstehen. Präventives Handeln kann auf individueller Ebene geschehen, etwa durch Stressmanagement, ebenso wie auf organisationaler Ebene durch gesunde Strukturen und Arbeitsbedingungen.

Queerfreundlich

Queerfreundlich beschreibt Einstellungen, Maßnahmen oder Angebote, die Menschen unabhängig von deren sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität wertschätzen, respektieren und aktiv einbeziehen. Ein queerfreundliches Umfeld fördert Offenheit, Sicherheit und Akzeptanz für queere Personen (wie lesbisch, schwul, bi, trans, inter*, nichtbinär oder andere Identitäten), und wirkt gegen Diskriminierung, Vorurteile und Exklusion. Ziel ist, Räume und Strukturen zu schaffen, in denen Vielfalt gelebt und Begegnungen auf Augenhöhe ermöglicht werden.

Queerness

Queer ist ein offener Sammelbegriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht der gesellschaftlichen Normvorstellung von Heterosexualität oder Zweigeschlechtlichkeit entspricht. Queer steht für Vielfalt, Selbstbestimmung und gelebte Sichtbarkeit jenseits starrer Kategorien. Er kann unter anderem die Begriffe lesbisch, schwul, bisexuell, trans, nichtbinär, asexuell, demisexuell, pansexuell, intergeschlechtlich, genderqueer, agender oder poly umfassen und wird teils synonym zu LGBTQIA+ verwendet.

Queer-Theorie

Die Queer-Theorie ist ein kulturwissenschaftlicher Ansatz, der ab den 1990er Jahren entwickelt wurde und die Hinterfragung gesellschaftlicher Normen rund um Geschlecht, Sexualität und Identität in den Mittelpunkt stellt. Sie geht davon aus, dass Kategorien wie Geschlecht und sexuelle Orientierung nicht von Natur aus festgelegt sind, sondern durch soziale Praktiken, Sprache und Machtverhältnisse konstruiert werden. Queer-Theorie analysiert und dekonstruieret starre Zweigeschlechtlichkeit sowie Heteronormativität und betrachtet Vielfalt sowie das Überschreiten oder Auflösen fester Identitätsgrenzen als bereichernd und politisch notwendig. Zentrale Anliegen der Queer-Theorie sind die Kritik an gesellschaftlichen Hierarchien, Diskriminierung und Ausgrenzung sowie die Förderung von Emanzipation und Selbstbestimmung in Bezug auf Sexualität, Geschlecht und andere Identitätsmerkmale. Bedeutende Vertreter*innen sind Judith Butler, Michel Foucault und Eve Kosofsky Sedgwick.

Rechtlicher Hinweis: Keine Heilversprechen

Mein Angebot versteht sich als ressourcen- und lösungsorientierte Begleitung auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden, Klarheit und Entwicklung. Es ersetzt weder eine medizinische noch eine psychotherapeutische Behandlung und beinhaltet keine Diagnosen oder Heilversprechen. Ziel der Zusammenarbeit ist die Stärkung der eigenen Kompetenzen und Handlungsspielräume im Alltag – medizinische oder therapeutische Anliegen gehören in die Hände entsprechend ausgebildeter Fachpersonen. Die Verantwortung für Gesundheit und persönliche Entwicklung bleibt jederzeit bei den Coachees und Teilnehmenden. Sollte ärztliche oder therapeutische Unterstützung angezeigt sein, empfehle ich ausdrücklich, diese ergänzend in Anspruch zu nehmen.

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